ich habe bereits seit mehreren Jahren immer mal wieder ein paar "Problemchen" mit meiner Leitung (VDSL 250) von 1und1. Die ursprüngliche Problematik bestand erstmal "nur" aus Synchronisierungsproblemen nach willkürlichen Verbindungsabbrüchen. Eine neue Synchronisierung dauert in der Regel 5-6 Minuten, die Verbindungsabbrüche treten m. E. vollkommen willkürchlich auf und es kam auch bereits vor, dass nach einem neuen Verbindungsaufbau direkt wieder die Verbindung abgebrochen ist und eine neue Synchronisierung stattfinden musste, was dann erneut 5+ Minuten dauert.
Dieses Problem wurde Ende 2024 bei 1und1 gemeldet und nach dem üblichen "wir machen mal Messungen und einen Portreset" war das Thema erledigt. Im Januar 2025 habe ich mich dann erneut gemeldet und ein Techniker der Telekom kam vorbei und hat die Leitungen vor Ort gemessen und dabei festgestellt (ich wohne in einem Altbau), dass ich im Haus der einzige Bewohner mit einer VDSL-250-Leitung bin, alle anderen haben maximal 100. Die Messungen von ihm haben dann auch ergeben, dass die vorhandenen Kabel eine stabile 250er-Leitung nicht gewährleisten können und 1und1 somit auf 100 Mbit runterstufen soll. Dies wurde, laut seiner Aussage, auch so gemeldet. 1und1 hat darauf nicht reagiert und ich habe mich darum auch erstmal nicht weiter gekümmert, weil im März 2025 ohnehin ein Wechsel auf Glasfaser anstehen sollte. Dieser Wechsel kam nie zustande, weil sich der Hauseigentümer dagegen entschieden hat. Der aktuelle Vertrag bei 1und1 ist mittlerweile gekündigt, läuft aber noch bis März 2027.
Nun ist es so, dass die Verbindungsprobleme teilweise immer schlimmer werden. Es gab Tage, da ist die Leitung über zehn mal zusammengebrochen und auch sonst habe ich bei Messungen extrem hohen Packetloss festgestellt (via WinMTR gemessen @ 1.1.1.1 und 8.8.8.8 mit Empfangsverlusten von 30-40%). Die Ursache schien in der fritzbox zu liegen, also dort reingeguckt (ich habe eine 7590) und habe Folgendes festgestellt:
Nicht behebbare Fehler pro Minute: 20-200
korrigierte DTU pro Minute: 3000-10000
unkorrigierte DTU pro Minute: 4500+
Erste Abhilfe hat für mich eine Änderung bei den Einstellungen in der Störsicherheit gebracht (von maximaler Performance auf maximale Stabilität), allerdings ist auch das mittlerweile hinfällig und hielt nicht lange. Die Leitung wurde dadurch von realistischen 220 Mbit/s auf 180 Mbit/s "gedrosselt", mittlerweile hat diese Einstellung aber auch keinen Effekt mehr und die Verbindung wird jedes mal mit über 200 Mbit/s neu aufgebaut.
Meine Meldung Anfang März an 1und1 war quasi genau das, was ich im obigen Absatz geschildert habe. Daraufhin wurde gesagt, dass eine Anpassung am DSL-Profil stattfinden soll (von 250 auf 180 Mbit). Meinen Wechselvertrag musste ich dafür stornieren, da dieser ebenfalls 250 Mbit vorgesehen hat. Seitdem (das war vor 3 Wochen) ist allerdings absolut nichts passiert. 1und1 vertröstet mich an der Hotline ständig, dass der Fall bei der Technik liegt aber es "Probleme" gibt (welche, will man mir nicht sagen) und man sich melden würde. Ich wurde in 2 Monaten kein einziges mal von 1und1 angerufen, hänge also immer mit der gleichen Problematik in der Hotline und habe das Gefühl, dass man mich nicht ernst nimmt. Sehr wahrscheinlich, weil ich sowieso schon gekündigt habe. Nun muss ich diese Leitung hier aber noch ein Jahr nutzen, kann es aber quasi nicht wirklich tun, weil ich nie weiß, wann sie mal wieder zusammenbricht und selbst wenn die Verbindung "steht", gibt es oben genannte Probleme in der Empfangsrichtung.
Das war jetzt ziemlich viel Text, ich wollte aber direkt versuchen, möglichst viele (wichtige?) Infos in den Post zu packen. Hat jemand eine Idee, was ich hier sonst noch tun kann? Ich muss stellenweise auf meinen Hotspot umstellen, damit ich mein Internet ordentlich nutzen kann. Für mich ist das leider nicht tragbar, vor allem nicht bis März nächsten Jahres.
Schon einmal vielen Dank für's lesen. Ich hoffe, jemand hat irgendeinen Tipp für mich.
Ja, ziemlich viel Text. Von Vornherein um jegliche Missverständnisse vorzubeugen: Du hast im Grunde alles richtig gemacht, du bist Kunde bei 1&1 und DIE sind dein Ansprechpartner.
Aber ich möchte etwas tiefer in die Materie gehen, damit du verstehst, was und wie da vor sich geht.
Wenn du VDSL250 hast, dann hat der Technikpartner dem zugestimmt. Wenn bei dir ein Telekomiker aufgeschlagen ist, liegt es nahe, dass der verantwortliche Technikpartner auch die Telekom ist. Ob jetzt bei dir VDSL 250 sinnvoll ist sei dahingestellt, dafür haben wir zu wenig Informationen, es wäre nützlich die (zumindest ungefähre) Leitungslänge zu wissen und ebenfalls den Signal-Rauschabstand, beides ist meiner Meinung nach essentiell für die Stabilität der Verbindung. Ganz schlecht ist Powerlan in all seinen Varianten und Herstellern, denn gerade Powerlan, auch beim Nachbarn, kann die tollsten Störungen bis hin zum Abbruch herbei führen, bis hin zum totalen Abbruch. Und dafür kann dann weder die Telekom noch 1&1 etwas. Dann gibt es natürlich noch die üblichen Verdächtigen wie die Hausverkabelung und/oder der Zustand der TAE. Im Forum hatten wir sogar schon den kuriosen fall, dass eine älter Fußbodenheizungssteuerung massiver Ärger bereitete. Jetzt nicht falsch verstehen, ja? Ich möchte eigentlich nur sicher gehen, dass dir beim nächsten Anbieter nicht wieder Ärger ins Haus steht.
Für deine angesprochenen Punkte:
Die ungefähre Leitungslänge beträgt 289m und die Störabstandsmarge liegt bei 11 dB (Empfangsrichtung) und 8 dB (Senderichtung), Leitungsdämpfung ist bei 18 dB (Empfangsrichtung) und 13 dB (Senderichtung). Powerlan wird hier im Haushalt nicht verwendet, wie es bei anderen Parteien im Haus aussieht kann ich natürlich nicht beurteilen. Die TAE wurde vom Techniker der Telekom ausgetauscht mit einer neuen.
Der Ausfall in der Nacht war, nach Rücksprache mit 1und1 heute, anscheinend die Profilumstellung. Also super timing für meinen Post. Ich werde das jetzt natürlich erstmal weiter beobachten, die Fehlerwerte sind aber seitdem schon mal deutlich zurückgegangen.
Ich habe mich ein wenig schlau gemacht, und laut Google ist so ab 300m mit einem deutlichen Bandbreiteneinbruch zu rechnen, oft sind nur noch 175 bis 200 MBit möglich. Und du bist eigentlich nahe dran an diesen Werten. Jetzt braucht nur noch irgend eine Klemmstelle nicht wirklich ok sein und du bist dabei. Mir eigentlich unverständlich warum dir VDSL250 geschaltet wurde.
Dazu kommt: Die Leitungslänge der Fritzbox ist im Grunde eine reine Schätzung. Was wirft eigentlich eine Verfügbarkeitsprüfung bei der Telekom raus? Und welche Leitungskapazität zeigt die Fritzbox an?
Nun, der Techniker sollte weniger überrascht tun, wenn dir schon von seiner eigenen Firma VDSL250 angeboten wird. Und wenn die Leitungskapazität 210mBit anzeigt, dann bekommst du im Regelfall auch nicht mehr über diese Leitung. Allerdings wird vom Bandbreitenkorridor mindestens 175MBit gefordert, was mit den 210 allerdings erfüllt wäre. Der Unterschied ist im Grunde Supervectoring bei VDSL250 gegen Vectoring bei VDSL100, sowie Pofil35b gegenüber 17a
Naja, der Techniker kann ja nicht zwangsläufig beeinflussen, was der Großkonzern, für den er arbeitet, potenziellen Kunden anbietet. Insofern war das einfach nur seine Feststellung und Meinung dazu.
Mir geht und ging es übrigens nicht darum, dass ich "zu wenig" geliefert bekomme. Es geht ja darum, dass die Fehlerquote extrem hoch ist sowie die Verbindung willkürlich zusammenbricht und ein Auslöser dafür (auch?) die zu hohe Leitungskapazität sein könnte (so die Vermutungen von Telekomtechniker sowie Supportmitarbeiter).
Klar, schwierig aus der Ferne zu beurteilen. Es hätte ja sein können, dass es noch andere Lösungsansätze gibt, die nicht zwangsläufig etwas mit dem Provider zu tun haben müssten und die ich technisch prüfen könnte. Deshalb mein Beitrag.